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AUSGANGSPUNKT / WIE ALLES BEGANN

Vor einigen Jahren besuchten mich meine Tante und mein Onkel aus den USA und machten eine Schiffsreise auf dem Rhein. Endstation dieser Fahrt war Basel und sie machten als letzten Teil der gebuchten Reise zu Fuss einen geführten Rundgang durch die Stadt. Wir hatten vereinbart, uns danach zum Mittagessen zu treffen. Nachdem wir uns begrüsst hatten, war ihre erste Bemerkung: „Weisst Du, wir haben immer wieder gehört, wie sauber und makellos die Schweiz sei. Doch die Schweiz, die wir gesehen haben, ist ein Abfalleimer! Alle anderen Städte, die wir auf dieser Schiffsreise besucht haben, wirklich ALLE, waren so sauber, dass man vom Boden hätte essen können. Basel hingegen ist schmutzig!“

Ich schaute mich um und musste ihnen zustimmen. Sie hatten recht. Basel war schmutzig. Und wenn ich es mir genau überlegte, musste ich mir eingestehen, dass ich nicht wirklich wahrgenommen hatte, wie sauber oder verschmutzt die Schweiz war. Auch ich habe einfach das Mantra wiederholt, die Schweiz sei sauber und makellos. Und natürlich wollte ich meine Tante und meinen Onkel nicht enttäuschen und versicherte ihnen: „Oh, das ist nur in Basel so und Basel ist eine grosse Industriestadt. Der Rest der Schweiz ist wirklich sauber.“

Sie schienen erleichtert und wir genossen unser gemeinsames Mittagessen.

Später an diesem Tag schaute ich mich in meiner Stadt um. Ich schaute nicht nur, sondern öffnete meine Augen und SAH. Und später in der Woche tat ich das gleiche in Bern und in der Stadt, in der ich damals arbeitete. Es war nicht nur Basel. Meine Tante und mein Onkel hatten recht.

Die Schweiz WAR schmutzig.

 PET-Flaschen, Zeitungen, Red Bull Dosen, McDonalds Verpackungen, Zigarettenschachteln, noch mehr Zigarettenschachteln. Die Strassen sind zu öffentlichen Abfalleimern verkommen.

Und ich konnte beobachten, wie schamlos Abfall produziert wurde. Dazu muss man nur mal 5 Minuten hinter ein paar Schulkindern gehen und wird sehen, dass mindestens eine Red Bull Dose in den Büschen landet oder zerdrückt auf dem Gehsteig liegen gelassen wird. Oder man geht hinter einem Raucher her und wird Zigarettenstummel fliegen sehen oder eine leere Zigarettenschachtel landet auf dem Boden.

Das hat mich wirklich verärgert. Ich lebe nicht gern in einem Saustall. Meine erste Reaktion war: „JEMAND SOLLTE ETWAS DAGEGEN UNTERNEHMEN!” Doch bald realisierte ich, wie naiv diese Überlegung war. Niemand würde irgendetwas dagegen unternehmen.

Frage: Wessen Aufgabe IST es, etwas dagegen zu unternehmen?

Antwort: Es ist UNSERE Aufgabe. Es ist MEINE Aufgabe.

Ich wollte, dass etwas getan wird. Also tue ich jetzt etwas. Der Plan ist ganz einfach. Er besteht aus nur 2 Schritten.

1. Jeden Tag, wenn Du unterwegs bist, liest Du EIN Stück Abfall vom Boden auf und wirfst ihn in einen Abfalleimer.

2. Wann immer Du jemanden siehst, der Abfall auf den Boden wirft, liest Du den Abfall auf, bringst ihn dem Schmutzfink (drr Person, die den Abfall weggeworfen hat) und sagst: „Entschuldigen Sie, Sie haben etwas fallen lassen. Ich glaube, das gehört Ihnen.“

SCHRITT 1 räumt mit dem gegenwärtigen Abfall auf.

SCHRITT 2 ändert das Verhalten und verhindert zukünftige Unordnung.

Wenn diese Gruppe 500‘000 Mitglieder findet, heisst das, dass ALLE 2 TAGE 1 MILLION Stücke Abfall von den schönen Strassen und Landschaften der Schweiz verschwinden!

Wenn dieser Plan umgesetzt wird, ist die Schweiz in einem Jahr sauber!

Die Schweiz ist mit Abfall verseucht. Mit diesem 2-Stufen-Plan machen wir die Schweiz wieder sauber.

SCHRITT 1: Jedes Mal, wenn Du ausgehst, liest Du EIN Stück Abfall vom Boden auf und wirfst es in einen Abfalleimer.

SCHRITT 2: Wann immer Du jemanden siehst, der Abfall auf den Boden wirft, lies den Abfall auf, bring ihn der Person und sage: „Entschuldigen Sie, Sie haben etwas fallen lassen. Ich glaube, das gehört Ihnen.“

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