Konfrontation ist ein Zeichen von Zuwendung, nicht Aggression

Eine der Reaktionen auf den 2-Schritte-Aktionsplan war:

“Was, wenn der Passant, dessen Abfall ich aufhebe, um ihm diesen zurück zu geben, ein Skinhead ist, der mich unter Umständen schlagen will?”

Viele Menschen haben Angst vor Konfrontation, weil sie Konfrontation als Provokation oder Aggression sehen. Je nach Herangehensweise kann das zutreffen, muss aber nicht.

Im Grunde ist Konfrontation ein Zeichen von Interesse und Zuwendung, ein Zeichen dafür, dass einem etwas nicht egal ist. Wenn dir etwas wichtig ist und die Dinge laufen nicht so, wie sie sollten, dann hast du das Bedürfnis etwas zu tun, damit alles wieder ins Lot kommt. Wäre es dir egal, dann hättest du dieses Bedürfnis nicht.  Dieser Zustand ist Apathie und Apathie ist ganz eine schlechte Alternative.

Wie so oft in zwischenmenschlichen Bereichen, findest du nur vor, was du selbst mitbringst. Wenn du negative Gefühle wie Groll, Ärger, Überheblichkeit oder Besserwisserei mit dir trägst, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du negative Reaktionen auslöst. Zwar ist es SEHR UNwahrscheinlich, dass es je zu Handgreiflichkeiten kommt, aber vermutlich wird die Haltung des Gegenübers nicht gerade freundlich und kooperativ sein.

Wenn deine Haltung aber positiv und hilfsbereit ist, bekommst du entsprechend positive Reaktionen. Es geht dir ja nicht darum, einen Streit anzuzetteln; du machst dir bloß Sorgen um die Natur, du wünschst dir eine saubere Nachbarschaft und erhoffst dir die Hilfe dieser Person in der Entsorgung des Abfalls. Sie oder er ist kein böser Mensch, er oder sie hat nur vergessen, dass weiter vorne ein Abfalleimer steht.

Humor ist hilfreich, um sicherzustellen, dass die Stimmung positiv bleibt. Mit lockeren Sprüchen und witzigen Bemerkungen wird es oft einfacher, jemanden ungezwungen anzusprechen und dennoch die Botschaft rüber zu bringen.

  •  “Sie haben etwas fallen gelassen; brauchen Sie es noch?“
  • “Oh. Dieses Papier ist richtig schwer!  Soll ich Ihnen helfen, es zum Abfalleimer zu tragen?”
  • “Ja, es ist recht windig auf dieser Straßenseite und diese Kartoffel-Chips-Tüten sind ja SO aalglatt!”

Wenn du dein Interesse auf positive Art und Weise zeigst, hast du nichts zu befürchten.

Confrontation is an act of caring, not aggression.

One of the reactions to this 2-step action plan was this:

“What if the person I give the litter back to is a skinhead and he hits me?”

Many people are afraid of confrontation because they view it as an act of provocation or aggression.  I suppose it can be if you approach it that way, but it is not really.

Confrontation is an act of caring.  When you care about something and it is not going the right way, then you feel a need to act to help steer it back to a better course.  If you did not care, you would not act.

As with most interactions, what you will find there is only what you bring with you.  If you bring negativity with you, for example, spite, anger, the need to teach someone a lesson, or condescension, then the chances are good that you will get a negative reaction.  The chances are VERY slim that there will ever be physical contact, but the attitude that comes back will not be happy and cooperative.

If you bring a positive, helpful attitude into the scene with you, then that’s what you’ll receive back.  You are not trying to pick a fight.  You just care about nature and about the cleanliness of your neighborhood and you just want this person’s help with cleaning up the trash.  She / He is not a bad person, she/he just forgot that there is a trash can up ahead.

Humor is always a good tool to keep things positive.  Joking around a bit keeps things light, but still gets the point across.

“You dropped something.  Do you need this?”

“Ooooh.  It’s really heavy!  Shall I help you carry it to the trash can?”  or

“Ja.  The wind is really bad on this side of the street and these potato chip bags are SO slippery!”

If you go about it in a caring, positive way, you have nothing to fear.

2 Schritte zu Müllfreiheit

Die Schweiz ist mit Abfall verseucht. Mit diesem 2-Stufen-Plan machen wir die Schweiz wieder sauber.

SCHRITT 1:  Jedes Mal, wenn Du ausgehst, liest Du EIN Stück Abfall vom Boden auf und wirfst es in einen Abfalleimer.

SCHRITT 2:  Wann immer Du jemanden siehst, der Abfall auf den Boden wirft, lies den Abfall auf, bring ihn der Person und sage: „Entschuldigen Sie, Sie haben etwas fallen lassen. Ich glaube, das gehört Ihnen.“